Mit Sicherheit gut vorbereitet – das Training unserer Entwässerungsteams
Was für unsere Teams aus der Entwässerung zum Arbeitsalltag gehört, ist für die meisten Essenerinnen und Essener eine unbekannte Welt unter ihren Füßen. Unsere Social-Media-Managerin Daniela hat nun einen kleinen Einblick bekommen und an der jährlichen Schulung „Einstieg in abwassertechnische Anlagen“ teilgenommen.
Schächte, Kanäle, Bauwerke wie Regenrückhaltebecken: Meine Kolleginnen und Kollegen aus der Entwässerung kennen diese Umgebung bestens. Sie sind regelmäßig im Kanalnetz unterwegs und sorgen dafür, dass unter unseren Füßen alles zuverlässig funktioniert. Für den Rest vom #TeamSWE ist der Blick in diese Welt dagegen eher selten. Und genau deshalb war die jährlich verpflichtende Schulung für mich und meinen Kollegen eine spannende Gelegenheit, die Arbeit unserer Entwässerungsteams einmal aus nächster Nähe kennenzulernen.
Sicherheit beginnt schon vor dem Einstieg
Bevor es überhaupt nach unten geht, gibt es einiges zu beachten. Die Benutzung des Selbstretters muss sicher beherrscht werden, der Auffanggurt muss sitzen, die Einsatzstelle abgesichert und der Einstieg sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehört auch das Freimessen des Schachtes. Beim Freimessen wird die Atmosphäre im Schacht mit speziellen Messgeräten überprüft. Dabei wird unter anderem kontrolliert, ob sich gefährliche oder gesundheitsschädliche Gase angesammelt haben und ob ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Erst wenn die Messwerte zeigen, dass die Bedingungen sicher sind, darf der Einstieg erfolgen.
Gut gesichert geht’s nach unten
Im Training wird dabei nicht nur die Theorie vermittelt. Die Abläufe werden praktisch geübt. Es wird also ernst für mich: Für den Einstieg kommt der Dreibaum zum Einsatz. Über das Seil- und Gurtsystem werde ich gegen einen Absturz gesichert. Und dann geht es tatsächlich nach unten. Auch wenn es „nur“ ein Übungsschacht ist, in dem man aufrecht stehen kann, ist es dort unten ganz schön dunkel und modrig. Ich bekomme also eine kleine Vorstellung davon, wie unsere Teams in der Entwässerung arbeiten. Die Bedingungen im „echten“ Kanalsystem sind natürlich nochmal ganz andere.
Und wenn doch mal was passiert?
Natürlich wird für den Notfall trainiert – denn auch unter der Erde kann es Situationen geben, in denen schnelle Hilfe gefragt ist. An einem Übungsschacht können wir selbst erleben, wie die Rettung einer verunfallten Person abläuft. Dafür kommt eine 70 Kilogramm schwere Rettungspuppe zum Einsatz. Und die hat es in sich: Schon beim Herausheben wird schnell klar, dass hier ordentlich Kraft gefragt ist.
Alleine ist so eine Rettung nicht zu bewältigen. Jeder Handgriff muss sitzen und die einzelnen Schritte müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Gerade deshalb wird die Rettung im Training immer wieder praktisch geübt. Denn im Ernstfall bleibt keine Zeit, erst noch zu überlegen, wer was macht. Und spätestens nach dem ersten Versuch ist klar: Die 70 Kilo fühlen sich beim Herausziehen definitiv nach mehr an.
Ein Perspektivwechsel mit Tiefgang
Für unsere Entwässerungsteams ist vieles davon Routine. Für mich war es ein ziemlich eindrucksvoller Einblick in einen Arbeitsbereich, den die meisten von uns sonst nur von oben kennen. Und das hat bei mir vor allem eines ausgelöst: Respekt. Denn hinter der Arbeit in der Entwässerung steckt jede Menge Fachwissen, Erfahrung und Verantwortung. Dazu kommen der körperliche Einsatz und natürlich die besondere Arbeitsumgebung unter der Erde.
Vielen Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Entwässerung für den spannenden Einblick und die geduldige Unterstützung. Vielleicht geht es beim nächsten Mal ja nicht nur in den Übungsschacht, sondern tatsächlich in die Essener Unterwelt. Jetzt weiß ich zumindest, worauf es ankommt.
Ein paar Insights in das Training könnt ihr im Video auf Social Media sehen!