Jobgeflüster: Vom Praktikanten zum Webmanager im Marketing
Dominik Lümmen ist Webmanager bei den Stadtwerken Essen. Dabei wollte er damals eigentlich zur Polizei. Wie der 34-Jährige stattdessen in der Abteilung Kommunikation & Marketing landete und dank seines Jobs bei den Stadtwerken auch Leon adoptierte, erzählt er im Jobgeflüster.
Herr Lümmen, Sie sind seit 15 Jahren bei den Stadtwerken Essen. Dabei wollten Sie ursprünglich was ganz anderes machen …
Ich wollte tatsächlich zur Polizei. Nach meinem Fachabitur musste ich ein halbes Jahr Berufserfahrung sammeln, das war Voraussetzung für die Polizeiausbildung. Dieses Praktikum habe ich bei den Stadtwerken gemacht. Dann ist die Bewerbung bei der Polizei gescheitert und ich habe mir gedacht: Dann eben nicht. Und so habe ich mich hier beworben, weil mir das Praktikum gut gefallen hat. Am 1. September 2011 habe ich meine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen und bin seitdem geblieben und sehr glücklich darüber.
Was machen Sie heute bei den Stadtwerken?
Ich bin Webmanager in der Abteilung Kommunikation & Marketing und betreue die Website sowie das Intranet. Also alles, was online ist. Das klingt vielleicht trocken, ist es aber nicht. Ende letzten Jahres haben wir ein komplett neues Social Intranet eingeführt, das man sich ein bisschen wie Social Media vorstellen kann: liken, kommentieren, swipen. Das war ein echter Meilenstein!
Was glauben Ihre Freunde, was Ihr Job bei den Stadtwerken ist?
Sie können sich das meistens gar nicht vorstellen. Für viele sind die Stadtwerke einfach der Energieversorger: Strom und Gas, fertig! Dass hier auch eine Kommunikations- und Marketingabteilung mit 13 Leuten unter anderem eine Website pflegt, ein Intranet betreibt und Kampagnen macht, wissen die meisten nicht. Wenn man es dann erklärt, geht vielen erst mal ein Licht auf.
Was haben Sie in Ihrem Beruf gelernt, das Sie auch im Privatleben anwenden?
Da fallen mir Skills ein, die ich mir unbedingt aneignen müsste – zumindest laut meines Freundeskreises. Meine Freunde denken, dass ich alle Energietarife der Stadtwerke auswendig kenne und bei jedem Kundenproblem sofort helfen kann.
Sie haben auch lange das Projekt “Wechselspende” betreut. Was bedeutet es Ihnen?
Das ist einfach nur schön! Die Stadtwerke Essen spenden für jeden Neukunden – egal, ob Gas oder Strom – 20 Euro an eine gemeinnützige Organisation in unserer Stadt, mit denen wir im Rahmen der Wechselspende kooperieren. Der Kunde wählt dabei selbst, welche Organisation er unterstützen möchte. Man tut also immer etwas Gutes und hat mit wirklich tollen Menschen zu tun. Ob Kinderschutzbund oder Essener Tierheim: Man wird überall herzlich empfangen. Es gibt natürlich auch Themen, die nicht so schön sind, zum Beispiel vernachlässigte Tiere. Was das Tierheim aber daraus macht und wie die Tiere dort versorgt werden, das ist wirklich beeindruckend.
Durch die Betreuung eines dieser Herzensprojekte sind Sie auch auf den Hund gekommen?
Ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Vor drei Jahren gab es auf unseren Social Media-Kanälen noch den „Mitarbeiter-Mittwoch”, bei dem Mitarbeitende und ihre Berufe vorgestellt wurden. So haben die Kolleginnen aus dem Social Media-Team auch mich gefragt, ob ich mitmachen möchte. Ich wollte dabei nicht einfach am Schreibtisch sitzen und erzählen, sondern lieber zeigen, was ich im Rahmen der „Wechselspende” tue. Geplant war ein Dreh im Tierheim. Wir sind hingefahren und haben überlegt, dass ein Tier mit ins Bild kommen sollte. Und da kam Leon: ein Golden Retriever, damals zehn Jahre alt.
Ein Golden Retriever im Tierheim, das ist ungewöhnlich.
Genau, das hat mich auch so getroffen. Das ist eigentlich der typische Familienhund. Die Tierheim-Mitarbeitenden haben mir erklärt, dass sein Besitzer gestorben war. Leon war nur übergangsweise dort, weil die Schwester des Besitzers ihn eigentlich nehmen wollte. Ich habe gesagt: Wenn sich da was ändert, meldet euch gerne. Direkt am nächsten Morgen – ich saß im Homeoffice – klingelte mein Handy. Das Tierheim. Leon geht doch nicht zur Schwester, hieß es. Ich habe sofort meiner Freundin gesagt: Wir müssen Leon retten!
Offensichtlich hat die Rettung sehr gut geklappt?
Es hat alles gepasst: Wir hatten gerade eine neue Wohnung gefunden, in der Haustiere erlaubt waren. So ergab eins das andere. Wir sind regelmäßig ins Tierheim gefahren, haben Leon näher kennengelernt, sind mit ihm Gassi gegangen. Seit Mai 2022 ist er Teil unserer Familie – und auf der Arbeit kennt diese Geschichte inzwischen jeder.
Was schätzen Sie an Ihrem Team?
Die Hilfsbereitschaft und den Umgang miteinander. Das ist wirklich eine tolle Truppe. Keiner ist sich zu schade, mal eine Extra-Meile zu gehen, auch wenn jemand fachfremd ist. Das klingt vielleicht nach einer Floskel, aber ich meine es ernst. Hier kommt jeder gerne ins Büro, weil man sich auf die Kolleginnen und Kollegen freut.
Was ist Ihre größte Herausforderung im Job?
Die Energiewende. Auch wenn aus Berlin zuletzt andere Signale kamen, die gesetzten Klimaziele stehen und haben damit Auswirkungen auf meine Arbeit. Wie kommunizieren wir das online? Wie schaffen wir Informationsquellen? Wie bauen wir Strukturen um? Bei diesem Thema gut aufgestellt zu sein, das sehe ich als echte Herausforderung.
Haben Sie ein Motto für den Büroalltag?
Ich sage nach Meetings gerne, dass es mir ein inneres Blumenpflücken war. Das ist einfach eine schönere Art zu sagen, dass einem etwas gut gefallen hat.
Was würden Sie Menschen raten, die überlegen, ob die Stadtwerke ein guter Arbeitgeber für sie sein könnten?
Schaut euch die offenen Stellen an und unterschätzt die Benefits nicht. Flexible Arbeitszeiten, mobile Arbeit, alle Brückentage und zwischen Weihnachten und Neujahr frei: Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und die Themenvielfalt hier ist riesig. Die meisten ahnen gar nicht, wie viele verschiedene Berufe es bei den Stadtwerken gibt.