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Menschen, die auf einem Radweg entlang der Ruhr Fahrrad fahren
Zurück zu Nachhaltigkeit

Mit Gold aufs Rad: Stadtwerke Essen sind fahrradfreundlicher Arbeitgeber

Duschen, sichere Stellplätze, kleine Aktionen, die überraschen, und gemeinsame Touren: Bei den Stadtwerken Essen wird Fahrradfreundlichkeit nicht nur versprochen, sondern im Arbeitsalltag gelebt.

Sie ist nicht diejenige, die bei Wind und Wetter gern ins Büro radelt. Doch das hält sie nicht davon ab, dafür zu sorgen, dass nachhaltige Mobilität im Arbeitsalltag nicht nur ein Ziel bleibt, sondern wirklich funktioniert und sogar Spaß macht: Malin Fortkamp koordiniert bei den Stadtwerken Essen den Arbeitskreis Fahrrad. „Ich wurde mit dem Thema betraut, obwohl ich gar nicht die große Fahrradfahrerin bin", sagt Fortkamp und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Denn gerade deshalb war für sie klar: Allein klappt das nicht! Der Arbeitskreis besteht aus fünf Stadtwerke-Mitarbeitenden. Sonja Knorr, Ute Heinrichs, Susanne Bernecker, Torsten Winter und Malin Fortkamp sorgen gemeinsam dafür, dass mehr Kolleginnen und Kollegen aufs Rad umsteigen – mit sicheren Stellplätzen für die Zweiräder, kleinen Aktionen rund ums Rad und Feierabendtouren. „Wir legen in unserer täglichen Arbeit viel Wert auf Nachhaltigkeit", sagt Fortkamp, da sei es naheliegend, auch den Weg zur Arbeit nachhaltig zurückzulegen: mit dem Fahrrad.

Der Arbeitskreis ist aus der Nachhaltigkeitsinitiative Green Lab hervor­gegangen. Eine Initiative von Mitarbeitenden, die auch die Zertifizierung der Stadtwerke Essen als fahrradfreundlichen Arbeitgeber angestoßen hat. Eine EU-weite Auszeichnung, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club seit 2017 vergibt. Mit ihrer ersten Zertifizierung im Jahr 2020 holten die Stadtwerke Essen gleich das Silber-Siegel. Doch dabei sollte es nicht bleiben. „Danach ist es uns im Rahmen der Rezertifi­zierung gelungen, mit dem Gold-Siegel die höchste Auszeichnung zu erringen", sagt Fortkamp. „In diesem Jahr steht erneut eine Rezertifizierung an."

Duschen und Umkleiden 

Das Ziel dieser Auszeichnung ist es, Unternehmen dazu zu bewegen, ihre Mitarbeitenden beim Umstieg vom Auto aufs Fahrrad für den Arbeitsweg zu unterstützen. „Damit Unter­nehmen dieses Siegel erhalten, müssen sie konkrete Maßnahmen für radelnde Beschäftigte nachweisen – etwa Duschen und Umkleiden, sichere Abstellmöglichkeiten oder Aktionen rund ums Radfahren", erzählt Fortkamp. Genau hier setzt der Arbeitskreis an. Das zeigt sich konkret an der Infra­struktur: An der Hauptverwaltung gibt es eine videoüber­wachte Fahrradgarage inklusive Reparaturstation. Vor Kurzem wurden dort außerdem neue, fahrradfreundlichere Ständer montiert. Gebaut wurden sie von den Azubis aus der Lehrwerkstatt der Stadtwerke, nachdem die alten „Felgenkiller"-Ständer immer wieder für Kritik gesorgt hatten. Eine Reparaturstation mit diversen Werkzeugen und einer Luftpumpe gibt es auch am Standort an der Twentmannstraße.

Geplant ist als nächster Schritt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Fahrradgarage. „Die Paneele sind bereits auf dem Dach, der Anschluss erfolgt zeitnah", berichtet Fortkamp. Perspektivisch soll es außerdem Lademöglich­keiten für E-Bikes geben. Um noch mehr Mitarbeitende aufs Rad zu bringen, bieten die Stadtwerke Essen das Jobrad an. Mitarbeitende können günstig E-Bikes oder klassische Fahrräder direkt über den Arbeitgeber leasen. 

Ute Heinrich und Torsten Winter aus dem Arbeitskreis Fahrrad in der Fahrradgarage an den neuen Fahrradständern.
Teilnehmer der Feierabendtouren auf einer Brücke über die Ruhr.
Motivation und Gemeinschaft

Neben der Technik geht es im Arbeitskreis auch um Moti­vation und Gemeinschaft – etwa mit kleinen Aufmerksam­keiten wie einem Helmüberzug oder Leuchtband. Unter dem Motto “Danke, dass ihr trotzdem bei dem Wetter Fahrrad fahrt” hängte der Arbeitskreis im Frühjahr kleine Über­raschungstütchen mit einem Zettel, Snack und Getränk an die Lenker der Räder. „Das kam bei den radelnden Kolleginnen und Kollegen richtig gut an", blickt Fortkamp zurück.

Und dann sind da noch die Feierabendtouren. Eine Kollegin plant die Routen, testet sie vorab, ein weiterer Kollege fotografiert. Die Touren sind bewusst so angelegt, dass alle mitfahren können – egal, ob mit E-Bike oder klassischem Rad. Nach der Runde kehrt die Gruppe ein – das alkoholfreie „Belohnungsgetränk" geht auf die Stadtwerke. „Diese Touren stärken ungemein den Zusammenhalt, auch abteilungsüber­greifend", schwärmt Fortkamp und hat schon die kommenden Termine fest im Blick: Die nächste Feierabend­tour ist für den 7. Juli geplant, danach folgt eine weitere am 5. August.

Allein wegen der unterschiedlichen Standorte und der mobilen Arbeit lässt sich schwer ermitteln, wie viele Mitarbeitende regelmäßig zur Arbeit radeln. Der Arbeitskreis schätzt, dass es rund 80 Mitarbeitende sind, die auf diese Weise den Klimaschutz in ihren Alltag integrieren. Auch bei Aktionen in der Stadt ist das Stadtwerke-Team präsent, etwa bei der bundesweiten Kampagne Stadtradeln. Zudem ist der Arbeitskreis der Stadtwerke auch Teil des Arbeitskreises „Fahrradfreundlicher Arbeit­geber“ der Stadt Essen. In diesem Bündnis engagieren und vernetzen sich zahlreiche Unternehmen, um die Radverkehrsförderung aktiv voranzu­bringen und so zu mehr Lebensqualität in der Stadt beizutragen.

Am Ende geht es dem fünfköpfigen Stadtwerke-Arbeitskreis um mehr als Fortbewegung: Es geht um Gesundheit, Teamgeist und darum, tatsächlich nachhaltige Mobilität im Arbeitsalltag zu ermöglichen. Oder wie Fortkamp es beschreibt: „Man trifft Kolleginnen und Kollegen aus ganz anderen Bereichen – und redet ausnahmsweise mal nicht über die Arbeit." 

„Wir können aus eigener Erfahrung auch anderen Unternehmen empfehlen, das Thema Fahrradfreundlichkeit aktiv anzugehen. Oft sind es gar nicht die großen Investitionen, sondern praktische Maßnahmen im Alltag, die den Unterschied machen. Davon profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch der Zusammenhalt und das Miteinander im Unternehmen”, betont Fortkamp.

Teilnehmer der Feierabendtouren an der Ruhr.

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